
SONNTAG, 3.9.2006 um 15.00 Uhr
Die Achse des Bösen - dieser unheilvolle Begriff, von einem Politiker gebraucht, um die Unterscheidung in Gut und Böse zur Schöpfung eines klaren Feindbildes erzeugen zu können. Mit dessen Hilfe ist der Verstoß gegen eigene Rechtsgrundlagen und Handlungsprinzipien scheinbar zwingend erlaubt.
Diese Handlungsweise findet leider sofort ihr Echo in Haltungen des Fundamentalismus, des Antiamerikanismus, des Antisemitismus, verbrämt als Antikapitalismus und Kampf für Gerechtigkeit. Beide verblendete Haltungen ermöglichen, als Kampf für ehrenswerte Ideale getarnt, unmenschliches rücksichtsloses völlig zynisches Verhalten gegenüber Menschen des eigenen Kulturkreises
oder des "feindlichen" Kulturkreises
Die Achse des Bösen - vielleicht der eigene innere Seismograph in jedem von uns, der voll Anmaßung entscheidet, dass der Andere der Böse ist. Dabei gibt es sicher täglich die Situation für jeden Einzelnen, in der wir eingeladen sind, genauer und mit offenem Blick zu schauen, uns nicht gegenseitig zum Zerrbild eigener Ängste zu machen, sondern zu versuchen, im Nächsten den Mitmenschen zu erkennen.
Wir vertrauen und bitten, dass der Geist, der uns zusammenführt nicht Opfer-/ Täter-Spiele von uns will, sondern eine Haltung des Hinschauens und Hinhörens in uns erwecken möchte, die zu menschlichem Handeln befähigt.
Die Zyniker auf allen Seiten singen im selben Chor. Wäre es möglich, ein anderes Lied zu dichten?
Vielleicht wenn wir der Falle des Entweder/Oder entwachsen.