MAHNWACHE UND INTERRELIGIÖSES FRIEDENSGEBET AUF DEM GENDARMENMAKT VOR DEM DEUTSCHEN DOM

SONNTAG, 5.3.2006 um 15.00 Uhr

DAS FINSTERE SEHEN - OHNE IM DUNKEL ZU SITZEN!

- so kennzeichnete eine Teilnehmerin beim vorbereitenden Gespräch unsere Aufgabe für das kommende Friedensgebet.

Wir gaben einander erhellende Einblicke in Suren, Sätze, Verse der heiligen Schriften. Sie vermitteln uns die bildhafte Sprache für den Glauben der Religionen, dass wir das Bild Gottes in den Anderen wahrnehmen und im Nächsten zu erkennen. Bilder entstanden aus den Erfahrungen, die wir mitbrachten bei unseren Begegnungen mit der anderen Religion. Gott hat uns nicht im Dunkeln sitzen lassen. Da erkannten wir auch, wie wenig wir noch voneinander wissen. Bequemliche Unkenntnis und genüssliche Ignoranz umgeben uns wie eine dunkle Wand. So erreichen wir nicht die helle Parklandschaft der Religionen. Das Auge sieht Religion als ein bedrohlich finsteres Dickicht.

Die dänischen Medien ließen nun "klärende" Bilder in einfachen Strichen entstehen. Deren Absicht stellte sich als alles andere als aufklärend heraus. Diese Spöttelei verdunkelte Einsichten, die mühsam zu gewinnen sind, ihre scheinbare Unbedarftheit brachte gedankliche Verwirrung. Die Folge sind tätliche Verirrung in Gewalt.

Die Weisheit Asiens kennt das Wort: Ein Bild wirkt mehr als tausend Worte. Die Weisheit der Völker kennt aber auch dieses: Alles ist geworden durch den Hauch des göttlichen Wortes. Ein Teilnehmer beim Vorbereitungsgespräch erinnerte sich an ein gedankliches Bild, das er in einer Synagoge empfangen hatte:

Die Lebenswelten der Religion sind ein Gewebe aus Hoffnung in uns und wie ein Zelt aus Licht um uns. Das Bild erschließt sich den Betenden, die den Mut finden zu sprechen.

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